Lazard AM | Japan überdenken: Warum alte Anlegernarrative nicht mehr greifen
June-Yon Kim, Lead-Portfoliomanager für japanische Aktien bei Lazard Asset Management
Investmentfonds.de - Frankfurt, 21. April 2026. Viele globale Investoren blicken weiterhin mit Skepsis auf Japan – und halten an überholten Annahmen fest. „Aus unserer Sicht ist es an der Zeit, das Japan-Narrativ grundlegend zu überdenken“, sagt June-Yon Kim, Lead-Portfoliomanager für japanische Aktien bei Lazard Asset Management.
Lange Zeit hätten Themen wie hohe Staatsverschuldung, schwaches Wachstum und ungünstige demografische Entwicklungen die Wahrnehmung dominiert. Doch diese Sichtweise greife zunehmend zu kurz: „Das Ende der Deflation, Fortschritte bei der Unternehmensführung und eine stärkere Fokussierung auf Kapitalrenditen haben die Aussichten für japanische Aktien strukturell verändert“, sagt Kim.
Dennoch spiegelten sich diese Veränderungen bislang nur begrenzt in der Positionierung internationaler Investoren wider. „Viele globale Portfolios bleiben gegenüber Japan untergewichtet – und laufen damit Gefahr, die strukturelle Neubewertung des Marktes zu unterschätzen“, so Kim.
Künftig könnten eine wirtschaftliche Normalisierung, Fortschritte bei bestehenden Reformen, anstehende Änderungen des Corporate-Governance-Kodex und die Möglichkeit für japanische Unternehmen, ihre Bilanzen effizienter zu nutzen, positive Impulse für den japanischen Markt und die Wirtschaft darstellen.
Differenzierter Blick auf die Staatsverschuldung
Die häufig geäußerten Sorgen über die Staatsfinanzen hält der Experte für überzogen. Zwar habe Japan die höchste Bruttoverschuldung im Verhältnis zum BIP innerhalb der G7, doch habe sich die Schuldendynamik in den vergangenen Jahren verbessert. Steigendes nominales Wachstum, die Rückkehr der Inflation und höhere Steuereinnahmen hätten zur Stabilisierung beigetragen. „Japan steht nicht an der Schwelle zu einem fiskalischen Bruch“, so Kims Analyse.Auch der jüngste Anstieg langfristiger Anleiherenditen ist aus seiner Sicht nicht als Vertrauensverlust zu werten. Vielmehr spielten Marktstruktur und die Normalisierung der Zinsen nach dem Ende der Deflation eine zentrale Rolle.
Zusätzliche Stabilität ergebe sich aus der langlaufenden Struktur der Staatsverschuldung und der Tatsache, dass 88 Prozent der japanischen Staatsanleihen im Inland gehalten würden, davon allein 50 Prozent von der Bank of Japan (BoJ) und 6,5 Prozent vom japanischen Government Pension Investment Fund.
Potenzial im Unternehmenssektor
Im Unternehmenssektor sieht Kim erhebliches Potenzial für weiteres Wachstum. Japanische Bilanzen seien deutlich unterverschuldet: Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA sei in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten stetig gesunken, vom 5,8-Fachen im Jahr 2000 auf das -1,3-Fache Ende 2025. „Das bedeutet, dass japanische Unternehmen heute mehr Barmittel und andere liquide Vermögenswerte in Relation zu den Verbindlichkeiten in ihren Bilanzen aufweisen“, sagt Kim. „Diese finanziellen Spielräume könnten künftig stärker genutzt werden.“ Steigende Löhne, zunehmende Investitionsmöglichkeiten und höhere Erwartungen der Aktionäre setzten Unternehmen unter Druck, Kapital effizienter einzusetzen.Geplante Anpassungen im Corporate-Governance-Kodex dürften diesen Prozess weiter beschleunigen. Unternehmen ohne klare Verwendung für überschüssige Mittel könnten verstärkt dazu gedrängt werden, Investitionen zu erhöhen, die Löhne anzuheben oder Kapital an Aktionäre zurückzuführen.
Neuer Blick auf die demografische Entwicklung
Auch die demografische Entwicklung müsse differenzierter bewertet werden. Zwar gelte die alternde Bevölkerung als Belastung, doch eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung stärke zugleich die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer. Steigende Löhne könnten den Konsum stützen, der rund 60 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmache.Zugleich sei Japan durch seine Stärke in Automatisierung und Robotik gut positioniert, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen und die Produktivität zu steigern.
Auch von der Währungsseite könnten Impulse kommen. Eine mögliche Aufwertung des Yen im Zuge einer geldpolitischen Normalisierung würde die Attraktivität japanischer Anlagen für internationale Investoren erhöhen und zugleich die Kaufkraft im Inland stärken.
Kurzfristige Risiken bestehen aus Sicht Kims vor allem durch Spannungen im Nahen Osten und volatile Energiemärkte. Bei einem zeitlich begrenzten Konflikt seien die Auswirkungen auf die japanische Wirtschaft jedoch überschaubar, während ein länger anhaltender Anstieg der Energiepreise Inflationsrisiken bergen könnte.
Insgesamt sieht Kim mehrere strukturelle Faktoren, die für eine Neubewertung japanischer Aktien sprechen. Verbesserte fiskalische Rahmenbedingungen, zunehmende Dynamik bei Unternehmensreformen sowie potenziell positive Währungseffekte könnten die Perspektiven für den japanischen Markt nachhaltig verändern. „Japan verändert sich“, so Kim. „Wirtschaft und Aktienmarkt schlagen einen schnelleren Takt an.“
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