Lazard AM | Tracking Error: Warum eine geringe Indexabweichung kein Zeichen geringer Überzeugung ist
Paul Moghtader, Portfoliomanager/Analyst im Advantage-Team bei Lazard Asset Management
Investmentfonds.de - Frankfurt, 16. April 2026. „Ein niedriger Tracking Error bedeutet nicht automatisch eine geringe Überzeugung des Portfoliomanagers“, sagt Paul Moghtader, Portfoliomanager/Analyst im Advantage-Team bei Lazard Asset Management. Die Kennzahl werde von Investoren häufig missverstanden. Statt auf eine möglichst hohe Abweichung von der Benchmark setzt das Team auf einen effizienteren Einsatz von Risiko – mit dem Ziel einer hohen Information Ratio, also ein möglichst günstiges Verhältnis von Ertrag zu eingegangenem Risiko.
„Der Tracking Error misst, wie stark ein Portfolio von der Benchmark abweicht. Deshalb wird er oft als Maß für bewusst eingegangenes aktives Risiko interpretiert und damit als Ausdruck der Überzeugung eines Portfoliomanagers in Bezug auf seine Positionierung“, sagt Moghtader. Umgekehrt werde ein niedriger Tracking Error oft mit geringer Überzeugung gleichgesetzt. Tatsächlich sei er jedoch nur ein Ergebnis des jeweiligen Investmentprozesses und nicht dessen Zielgröße.
Makro-Timing als zentrale Herausforderung
Unabhängig von ihrem Ansatz gingen alle aktiven Manager Wetten gegenüber ihrer Benchmark ein, um Alpha zu erzielen. Problematisch werde es jedoch, wenn sich diese Wetten stark auf einzelne Stilfaktoren, Sektoren oder makroökonomische Entwicklungen stützen – ein typisches Merkmal von Strategien mit hohem Tracking Error. „Stilrotationen sind schwer vorherzusagen“, so Moghtader. „Die Dotcom-Blase ist ein gutes Beispiel: Viele Investoren erkannten früh, dass die Bewertungen von Technologieunternehmen überzogen waren. Wer jedoch zu früh auf klassische Value-Titel setzte, verpasste über Jahre hinweg erhebliche Renditen.“In den vergangenen Jahren habe sich dieses Risiko weiter verstärkt: „Die sogenannten Magnificent Seven machen inzwischen rund ein Viertel des MSCI World Index und etwa ein Drittel des S&P 500 aus. Zwischen 2022 und 2024 führte die Dominanz dieser Marktführer zu einer Performance-Differenz von über 140 Prozent zwischen dem MSCI World Technology Index und dem MSCI World Staples Index. Diese Lücke ist mindestens siebenmal größer als die zwischen Growth und Value während der Dotcom-Ära“, so der Experte.
In den Emerging Markets seien ähnliche Entwicklungen zu beobachten: „Nach Jahren der Underperformance hat der MSCI China zuletzt eine deutliche Erholung gezeigt, während der MSCI India gleichzeitig erheblich zurückgefallen ist“, so Moghtader. „Für Portfolios wäre eine Übergewichtung Indiens bei gleichzeitiger Untergewichtung Chinas seit Mitte 2024 entsprechend kostspielig gewesen.“
Diese Beispiele verdeutlichen: Eine starke Abweichung von der Benchmark nach Stil, Sektor oder Region könne zwar den Tracking Error erhöhen, gleichzeitig aber auch das Verlustrisiko steigern, wenn makroökonomische Trends falsch eingeschätzt oder zeitlich verfehlt werden.
Stock-Picking statt Makro-Wetten
Vor diesem Hintergrund verfolgen Moghtader und sein Team einen anderen Ansatz: Statt auf große makrogetriebene Positionierungen zu setzen, basieren ihre Strategien auf einer Vielzahl kleiner, aktiver Renditebeiträge auf Einzeltitelebene. „Wir strukturieren unsere Portfolios bewusst so, dass sie aus Länder-, Sektor- und Größensicht eng an der Benchmark ausgerichtet sind“, erläutert der Portfoliomanager. „Innerhalb dieses Rahmens konzentrieren wir uns dann auf die Analyse einzelner Unternehmen, etwa hinsichtlich Cashflow-Qualität, Bewertung, Sentiment oder langfristiges Wachstumspotenzial.“ Dieser Bottom-up-Ansatz ermögliche es, ein breites Anlageuniversum zu nutzen und gleichzeitig unbeabsichtigte Makro-Exposures zu minimieren. Dadurch könne über die Zeit eine stabilere Wertentwicklung erzielt werden – bei gleichzeitig effizienterem Einsatz von aktivem Risiko, gemessen an einer höheren Information Ratio.Fazit: Niedriger Tracking Error als Ausdruck gezielten Risikoeinsatzes
„Ein niedriger Tracking Error steht nicht im Widerspruch zu aktivem Management – im Gegenteil: Er kann Ausdruck eines gezielten und effizienten Einsatzes von aktivem Risiko sein“, betont Moghtader. Strategien, die stärker auf Einzeltitelselektion als auf Makro-Timing setzen, könnten über Marktzyklen hinweg stabile Renditen, höhere Information Ratios und eine geringere Volatilität erzielen.- Ende der Nachricht
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